Eventfotografie
Eventfotograf Freiburg: Start-up BW Elevator Pitch Landesfinale
Kurz gesagt: Am 16. Juli 2026 fand in der SICK-ARENA in Freiburg das Landesfinale des Start-up BW Elevator Pitch statt, erstmals im Rahmen des Käpsele Innovation Festivals. 19 Teams, Pitches bei Sommersonne auf der Außenbühne, Preisverleihung in stockdunkler Halle mit Pyrotechnik. Die Pressebilder mussten am selben Tag stehen.
Der Start-up BW Elevator Pitch ist der Gründungswettbewerb des Landes Baden-Württemberg. Über die Saison hinweg finden regionale Vorentscheide und Special Cups statt; wer dort gewinnt, kommt ins Landesfinale. Für die Runde 2025/2026 war das der 16. Juli 2026 in der SICK-ARENA in Freiburg — erstmals eingebettet in das Käpsele Innovation Festival.
19 Teams standen im Finale. Durchgesetzt hat sich Linq Photonics aus Heidelberg mit einem photonischen Chip zur Lichtsteuerung für Quantencomputer, vor ELASTheal aus Tübingen und Gyva aus Freiburg. Die Preise über 4.000, 3.000 und 2.000 Euro überreichten Thomas Dörflinger, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg, und Johannes Heinloth, Mitglied des Vorstands der L-Bank.
Ein Tag, zwei Extreme
Der Tag begann draußen. Die Pitches liefen auf der Außenbühne, bei Sommersonne, an einem hellen Julitag. Die Jurysitzung fand dann drinnen statt, und die Siegerehrung mit der finalen Preisverleihung ebenfalls — auf der großen Bühne in der Halle.
Und diese Halle war dunkel. Nicht gedimmt, sondern dunkel: stimmungsvolles Festivallicht, überwiegend blaue LEDs, und ringsum praktisch nichts.
Zwischen diesen beiden Situationen liegen grob acht bis zehn Blendenstufen. Das ist kein feiner Unterschied, das ist ein anderes Handwerk. Draußen geht es darum, harte Mittagssonne, Schlagschatten und Gegenlicht in den Griff zu bekommen, ohne dass Gesichter unter Kappen und Brillen verschwinden. Drinnen geht es darum, überhaupt brauchbares Licht auf einem Gesicht zu haben.
Blaues LED-Licht ist Orientierungslicht, kein Porträtlicht
Das ist der Punkt, an dem Festivalgestaltung und Fotografie auseinandergehen.
Für die Besucher ist so eine Halle richtig ausgeleuchtet: Man findet sich zurecht, die Stimmung stimmt, die Bühne ist der hellste Punkt im Raum. Genau dafür ist das Licht gedacht. Für ein Porträt reicht es nicht, und zwar nicht nur, weil es zu wenig ist.
Gesättigte blaue LEDs haben ein sehr schmales Spektrum. Es fehlen schlicht die Wellenlängen, die Haut zurückwirft. Ein Gesicht wird darin nicht blaustichig — es wird fleckig und leblos, und kein Weißabgleich der Welt holt eine Farbe zurück, die nie im Raum war.
Deshalb wurde in der Halle geblitzt, überall dort, wo es um Menschen ging: Gruppen- bilder, die Offiziellen, die Pressebilder.
Die Kunst dabei ist nicht, den Blitz einzuschalten. Sie besteht darin, ihn so zu dosieren, dass die Halle im Bild bleibt. Wer nur blitzt, bekommt eine hell ausgeleuchtete Gruppe vor einem schwarzen Loch — ein Bild, das überall entstanden sein könnte. Richtig belichtet steht die Gruppe sauber im Licht, und dahinter ist immer noch zu sehen, dass hier ein Festival stattfindet.
Und dann kam Pyro
Zum Announcement der Sieger wurde in der dunklen Halle Pyrotechnik abgefeuert.
Fotografisch ist das der schwierigste Moment des Tages, und zwar aus drei Gründen gleichzeitig. Der Helligkeitssprung ist enorm: Aus einer nahezu schwarzen Halle wird für wenige Sekunden eine sehr helle. Jede Automatik läuft dem hinterher und ist genau dann falsch, wenn es darauf ankommt. Die Farbe kippt ins Warme, und zwar nur dort, wo das Feuer steht, während die blauen LEDs unverändert weiterleuchten. Und der Moment dauert Sekunden — die Sieger stehen genau einmal so da.
Wer darauf nicht vorbereitet ist, hat entweder ausgebrannte Fontänen vor schwarzen Menschen oder korrekt belichtete Menschen vor unsichtbarem Feuerwerk.
Der Rundgang: raus, rein, raus
Neben dem Bühnenprogramm gab es einen Rundgang mit Staatssekretär Dörflinger, dem Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn und weiteren Gästen über das Festival.
Ein Rundgang wechselt fortlaufend zwischen drinnen und draußen, also zwischen den beiden Extremen von oben — nur diesmal nicht mit einer Stunde Vorlauf, sondern im Gehen.
Dazu kommt das Gedränge. Um eine solche Delegation herum steht immer ein Pulk: Gastgeber, Begleitung, Presse, Publikum. Man hat selten die Position, die man gerne hätte, und man hat sie nie zweimal. Wer sich in einer solchen Traube erst zurechtrücken muss, während der Staatssekretär gerade einem Gründerteam die Hand gibt, hat den Moment verpasst.
19 Teams: Vollständigkeit vor Auswahl
Bei einer Firmenveranstaltung entscheidet der Fotograf mit, wer ins Bild kommt. Bei einem Wettbewerb entscheidet er das nicht.
Jedes der 19 Teams hat sich über einen regionalen Vorentscheid oder einen Special Cup dorthin gearbeitet. Für dieses Team ist der Auftritt das Ereignis der Saison, und die Bilder davon laufen danach in Pressemeldungen, auf Websites und in Förderanträgen weiter. Ein Team, von dem am Ende kein brauchbares Bild existiert, ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Fehler.
Ein Elevator Pitch dauert außerdem Minuten, nicht Viertelstunden, und die Teams folgen dicht aufeinander. Es gibt keinen zweiten Durchgang und keine Wiederholung für die Kamera. Neunzehnmal muss es beim ersten Mal sitzen, und das neunzehnte Team darf nicht schlechter dokumentiert sein als das erste.
Auf der Bühnenrückwand läuft dabei ein Countdown mit: 2:24, 2:09, dann 0:48. Für die Fotografie ist das ein Geschenk. Steht die Zahl mit im Bild, braucht der Druck, unter dem dort jemand spricht, keine Bildunterschrift mehr.
Die Pressebilder mussten am selben Tag stehen
Der anspruchsvollste Teil dieses Auftrags lag nicht in der Fotografie, sondern im Zeitplan danach: Die wichtigsten Bilder wurden noch am selben Tag gebraucht, für die Pressemitteilungen des Veranstalters und der Teams.
Das verändert die Arbeitsweise. Ausgewählt und entwickelt wird nicht am nächsten Morgen, sondern zwischen den Programmpunkten und unmittelbar im Anschluss. Man muss also schon während der Veranstaltung wissen, welche zwanzig Bilder die sind, auf die es ankommt — und man muss sie so aufgenommen haben, dass sie ohne lange Bearbeitung tragen. Das ist der eigentliche Grund, warum in der Halle geblitzt wurde und nicht auf hohe ISO-Werte ausgewichen: Ein sauber ausgeleuchtetes Bild ist in fünf Minuten fertig, ein gerettetes nicht.
Diese Taktung ist der Ausnahmefall für Termine, bei denen eine Meldung noch am selben Abend rausgeht, keine Standardzusage. Wie ich sonst liefere, steht auf der Seite zur Eventfotografie.
Aus demselben Grund war dieser Auftrag reine Fotografie, ohne Video. An einem so eng getakteten Tag geht beides nicht in einer Hand: Wer zwischen zwei Programmpunkten Pressebilder auswählt und entwickelt, steht in dieser Zeit nicht mit der Kamera an der Bühne. Wo Foto und Bewegtbild zusammen gebraucht werden, arbeite ich deshalb mit einem Kollegen aus der Videoproduktion, siehe Videoproduktion.
648 Bilder, öffentlich
Start-up BW hat das vollständige Album veröffentlicht, mit 648 Bildern und dem Bildnachweis „Alexander Klarmann für Start-up BW“:
- Meldung auf dem Landesportal: startupbw.de
- Album: flickr.com/photos/elevatorpitchbw
Die Zahl ist kein Selbstzweck. 19 Teams plus Jury, Rundgang, Siegerehrung, Publikum und Festivalumfeld — das ist die Menge, die anfällt, wenn wirklich jeder Beteiligte vorkommen soll.
Die Veranstaltung in Zahlen
| Veranstaltung | Start-up BW Elevator Pitch, Landesfinale 2025/2026 |
| Datum | 16. Juli 2026 |
| Ort | SICK-ARENA Freiburg, im Käpsele Innovation Festival |
| Auftraggeber | Start-up BW |
| Teams im Finale | 19 |
| Platz 1 | Linq Photonics, Heidelberg — 4.000 Euro |
| Platz 2 | ELASTheal, Tübingen — 3.000 Euro |
| Platz 3 | Gyva, Freiburg — 2.000 Euro |
| Rundgang | Staatssekretär Dörflinger, OB Martin Horn |
| Siegerehrung | Thomas Dörflinger, Staatssekretär MWHT BW · Johannes Heinloth, Vorstand L-Bank |
| Pitches | Außenbühne, Sommersonne |
| Preisverleihung | Große Bühne in der Halle, blaues LED-Licht, Pyrotechnik, geblitzt |
| Leistung | Fotografie, kein Video |
| Lieferung | Pressebilder am selben Tag |
| Bilder im Album | 648 |
| Bildnachweis | Alexander Klarmann für Start-up BW |